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Das
Internat
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Das
Internat will nicht Gegensatz und Konkurrenz zum Elternhaus sein. Vielmehr
soll es ein weiterer Aspekt der Lebenshilfe für das behinderte Kind sein.
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Ist
eine Unterbringung in einem Internat noch zeitgemäß? Ist es eine „Notlösung“
für jene körper- und mehrfachbehinderten Kinder, für die vom Wohnsitz
ihrer Familien aus Therapie und Sonderschule nicht erreichbar sind? Oder
ist es eine eigengesetzliche pädagogische Einrichtung, die einerseits
entscheidend dazu beitragen kann, die Familien, welche durch die extreme
Belastungssituation oft bis an die Grenzen ihrer Verarbeitungs- und
Hilfskapazität gedrängt werden, zu entlasten, aber andererseits auch
für die schwerst mehrfachbehinderten Kinder die Möglichkeit eröffnet,
die erforderlichen medizinisch- therapeutischen Betreuungen, wie auch den
angemessenen Unterricht zu gewährleisten? |
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Der
primäre Lebensraum jedes Kindes ist in den ersten Lebensjahren die
Familie. Mit dem Ende der Kleinkindzeit soll es aber aus diesem
schützenden Lebensgefüge heraustreten. Die
Beziehung zu Lehrern, Betreuern und Alterskameraden, persönliche Leistung
und Bewährung, aber auch die Entfaltung von Neigungen und Interessen wird
nun bedeutsam.
Beim
behinderten Kleinkind können die Entwicklungsbedürfnisse zumeist in der
eigenen Familie optimal erfüllt werden, im Schulalter aber reicht oftmals
das Angebot der Familie nicht mehr aus. Vielfach ist die Anforderung an
das Ich und der Zugang zu Menschen und Dingen bei diesen Kindern
entscheidend erschwert und angemessene Erziehung und Förderung nur mit
Hilfe entsprechender Fachkräfte und in einem speziell strukturierten
Umfeld möglich.
Hier
kann und soll das Internat entscheidend zur Erschließung und Gestaltung
der verschiedenen Lebensbereiche des behinderten Kindes beitragen.
Architektonische Planung, sowie sonderpädagogische, therapeutische und
technische Hilfsmittel ermöglichen es, Fähigkeiten zu entwickeln und
Neigungen nachzugehen.
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Die
Gemeinschaft mit anderen behinderten Kindern vermittelt überdies
entscheidende soziale Impulse. Für jedes Kind findet sich ein anderes,
dem es helfender Mitmensch werden kann, um so aus der Egozentrik des
Selbstmitleides zum Selbstgefühl und Selbstwert
- vom Ich zum Wir - zu gelangen. Diese Gemeinschaft fördert die positive
Einstellung zur Umwelt, die Entwicklung hilfreicher Strategien für die
Begegnung mit Nichtbehinderten und ist letztlich entscheidend für das
Selbstkonzept des behinderten Menschen.
Das
Internat will nicht Gegensatz und Konkurrenz zum Elternhaus sein. Vielmehr
soll es als weiterer Aspekt der Lebenshilfe für das behinderte Kind
dienen. Es ist umso wirksamer, je enger und partnerschaftlicher die
Zusammenarbeit dieser beiden Erziehungsebenen ist.
Die
unerlässliche Öffnung des Internates zur Außenwelt und ständiger
Kontakt zur Umgebung, verhindern Isolation und den Ausschluss der
Alltagsrealität. |
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Das Internat kann
daher einen wesentlichen Beitrag leisten, zu einer Welt, in der Behinderte
und Nichtbehinderte in gegenseitigem Respekt und in Verantwortung
zusammenleben. |
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