WEG ZUM LEBEN

Während der österlichen Bußzeit entstand in der Waldschule ein „Weg zum Leben“, der von den Schülern gestaltet wurde.

Bis hin zum Osterfest lädt eine wachsende Anzahl von „Stationen“ zum Nachgehen und Bedenken ein.
Die Bilder sind entgegen dem Uhrzeigersinn angeordnet.
JESU LEBEN + TOD führten nur zum Ziel, weil er sich entgegen
Zeitstrom und –geist bewegte.

Mögen diese 40 Tage zu Tagen des Heiles,
des NEUEN LEBENS werden!
 

Während er dahin ritt, breiteten die Jünger ihre Kleider auf der Straße aus (LK 19, 36)

 

Jesus macht sich mit seinen Freunden auf den Weg nach Jerusalem. Er zieht dort nicht wie ein König auf einem Pferd in Jerusalem ein, sondern auf einem jungen Esel.

Darin zeigt sich, dass Jesus nicht zum Herrschen gekommen ist, sondern zum Dienen.

Der Esel ist das Lasttier des einfachen Menschen.

 

Wer Jesus zujubelt, jubelt deshalb nicht einem neuen Führer zu, sondern zeigt, dass er auch selbst bereit ist zum Dienen.

Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen (Lk 22,15)

Jesus hat oft mit seinen Freunden gegessen. Aber hier handelt es sich um ein Abschiedsmahl. Jesus bricht das Brot und weiß, dass auch er zerbrochen werden wird. Er gibt den Auftrag: Kommt immer wieder zusammen und denkt dabei an mich.

Menschen, die sich um Jesus versammeln, erfahren Gemeinschaft mit ihm und untereinander.

Wie könnt ihr schlafen: Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet (Lk 22,46)

Jesus geht mit seinen Freunden in den Garten am Ölberg, der außerhalb der Stadt liegt. Er ahnt, dass seine Gegner bald gegen ihn vorgehen werden. Das macht ihm Angst, Todesangst. In seiner großen Not betet Jesus. Aber er betet nicht darum, dass er heil davonkommt, sondern dass der Wille seines Vaters geschehen soll.

Auch wir wissen, was es bedeutet, Angst zu haben. Und auch wir können uns in unserer Angst wie Jesus an Gott wenden. Er allein weiß, was geschehen muss.

Sie sagten zu ihm: Wenn du der Messias bist, dann sag es uns! Er antwortete ihnen: Auch wenn ich es euch sage - ihr glaubt mir ja doch nicht; (Lk 22,67)

Jesus wird den Ältesten und Hohepriestern vorgeführt. Sie haben Angst. Angst vor einem Menschen, der ganz anders von Gott spricht als sie. Sie hörten seine Worte und wollten ihn nicht verstehen. SEINE Wahrheit war nicht ihre Wahrheit. Herodes und Pilatus trieben ihren Spott mit Jesus. Diesen Mächten beugte er sich nicht. Von diesem Tag an waren Herodes und Pilatus Freunde.

Auch wir kennen das Gefühl, nicht verstanden zu werden, nicht ernst genommen zu werden. Verspottet und gedemütigt sehen wir uns anderen ausgeliefert. Wie Jesus kann Gott auch uns die Kraft geben, sich den FALSCHEN Mächten nicht zu beugen, standhaft zu bleiben, für das einzutreten, was wir als wahr erkennen.

Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist, - Nach diesen Worten hauchte er den Geist aus (Lk 23,46)

Jesus stirbt am Kreuz. So töten die römischen Soldaten. Aber Jesus stirbt auch daran, dass viele Menschen ihn nicht verstehen (wollen), dass sie nicht so leben wollen wie er. Und dass sie die Wege, die er ihnen zu Gott zeigt, nicht sehen möchten.

Weil Jesus sich dadurch nicht unterkriegen und entmutigen hat lassen, kann er seinen Weg bis zum bitteren Ende gehen. Und das Kreuz wird zum Lebens- und Segenszeichen für die Christen.

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?

Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden

(Lk 24,5-6)

Die Frauen bereiten für Jesus den letzten Liebesdienst vor: Sie möchten seinen Leichnam salben. Doch sie erfahren: Das Grab ist leer!

Die Botschaft der Engel hilft weiter: Jesus ist nicht im Tod geblieben. Gott hat ihn auferweckt. Jesus lebt, wenn auch in ganz neuer Weise.

Oft erfahren wir mitten in unserer Trauer und Angst ganz unerwartet neue Möglichkeiten. Wir ahnen etwas vom Wirken Gottes, der neues Leben schenkt – auch dir und mir!!

Texte des Osterweges z. T. nach: „Der Weg zum Leben“; Wolfgang Wagerer in Weiter Welt März 2007